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Kommern: Jahrmarkt anno dazumal 2011 (Diesen Link besuchen)

http://www.kommern.lvr.de/app/Kalender_Kommern/Jahrmarkt+2011.asp

täglich 10-19 Uhr
Von der Kaiserzeit bis in die 1960er-Jahre

Der 16. Jahrmarkt anno dazumal lädt wieder zu einem Streifzug durch die Geschichte des öffentlichen Volksvergnügens sein. Den Kern bildet eine „Kirmes der Kaiserzeit". Sie erinnert an die erste Blütezeit des neuzeitlichen, technisierten Schaustellergewerbes, die nach 1880 begann und mit Ausbruch des I. Weltkrieges endete. Hier werden unter anderem ein Springpferdekarussell und eine Bude mit mechanischen Schießscheiben aus dem späten 19. Jahrhundert ebenso zu bestaunen sein wie ein „Welt-Panoptikum" mit kuriosen Wachsmodellen. An den Jahrmarkt-Wochenenden werden Akteure in Rollenspielen gesellschaftliche Ereignisse der Kaiserzeit nachempfinden: So werden „Unruhen" zwischen „Kaisertreuen" und „aufmüpfigen Demokraten", die im Jahrmarkt-Gewühl vor der Bierbude aneinander geraten, nicht auszuschließen sein…

Die Entwicklungen der Vergnügungskultur ab den 1920er-Jahren spiegelt der übrige Jahrmarkt wider: Eine „Russische Schaukel" und ein mit fliegenden Schwänen bestücktes Kettenkarussell aus den Zwanzigern sowie Deutschlands älteste noch reisende Raupenbahn, Baujahr 1926, repräsentieren das Wiederaufblühen des Schaustellergewerbes im Zuge des damaligen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs.

Aus der Zeit nach dem II. Weltkrieg und den frühen Wirtschaftswunderjahren stammen eine der schönsten noch ganz im Original erhaltenen Geisterbahnen und ein Kinder-Sportkarussell. Seine Wiederauferstehung auf einem öffentlichen Festplatz feiert in diesem Jahr ein Auto-Selbstfahrer mit Holzpfostenkonstruktion aus der Zeit um 1950, der nach jahrelanger Restaurierung rechtzeitig für den Jahrmarkt anno dazumal fertig geworden.

Wie immer besticht auch der diesjährige Jahrmarkt anno dazumal durch ein vielfältiges Angebot an Schaudarbietungen im eigentlichen Wortsinn. „Die Frau ohne Kopf", „Miss Volta" und „Die Dame ohne Unterleib" gehören als Klassiker der Illusion zum Repertoire des Wander-Varietés, das auf dem Jahrmarkt sein Zelt aufschlagen wird. Hier wird auch – als Nummer aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – die Enthauptung von Personen aus dem Publikum auf der französischen Guillotine vollzogen – ein Trick, der sonst nur noch auf dem Münchner Oktoberfest zu sehen ist.

Neben den Karussells sind es vor allem die vielen Spielmöglichkeiten, die besonders die Kinder und deren Väter begeistern werden: Traditionelles Kegel- und Tournikelspiel, Wurfspiele und Armbrustschießen fordern die Geschicklichkeit, beim Hau den Lukas und einem alten französischen Automobil-Spiel können sich die Kräfte messen.

Bonbonmacher, Korbflechterin und weitere Handwerker führen ihre Arbeiten vor, an handverlesenen Ständen werden traditionellen Haushaltswaren, Schmuck, Obstbrände und –weine, Gewürzkräuter, Käse, Töpferwaren und vieles mehr angeboten. Dazwischen bittet die Wahrsagerin zum Handlesen. Lachsräucherei und Fischbude, Wurst- und Pfannkuchenbuden, deftiger Eintopf, rheinische Rievkooche, Elsässer Flammkuchen, Backwaren aus dem Museumsbackofen und die eigens auf den Jahrmarkt abgestimmte Karte traditioneller rheinischer Speisen in der Museumsgastwirtschaft versprechen Gaumenfreuden.

Adresse
LVR-Freilichtmuseum Kommern
Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde
Eickser Straße
D-53894 Mechernich-Kommern

Tel.: +49 (0) 2443-9980-0

Karte: Stadtplan   

Eingetragen von: admin
am: Dienstag, 15.03.2011
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